Ihre Rechte

Sie wurden geschädigt und der Unfallgegner hat schuld am Unfall?

Kfz-Sachverständiger

Dem Geschädigten steht es grundsätzlich frei, einen Kfz Sachverständigen seiner Wahl zur
Beweissicherung und Feststellung von Schadenumfang und Schadenshöhe zu beauftragen.

Das gilt selbst dann, wenn die Versicherung ohne Zustimmung des Geschädigten bereits einen Sachverständigen bestellt hat oder schickt.
Die Kosten für das Sachverständigengutachten sind erstattungspflichtig!
Sofern jedoch nur ein sogenannter Bagatellschaden vorliegt (Schadenhöhe liegt nicht höher als ca. 750,00 €), dürfte als Schadensnachweis zumeist ein Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt ausreichen.

Wertminderung

Der Minderwert ist ein erstattungsfähiger Schaden, der damit begründet wird, dass ein Unfallwagen im Falle eines späteren Verkaufs einen geringeren Erlös erzielen kann, als
Fahrzeuge ohne Vorschäden. Die Höhe eines eventuellen Wertminderungsanspruchs kann in der Regel erst durch ein Gutachten belegt werden. Ohne unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten Autofahrer häufig auf Wertminderung bis zu mehreren tausend Euro.

Auch bei älteren Fahrzeugen kann ein merkantiler Minderwert anfallen. Bitte beachten Sie, dass
ein von der Werkstatt erstellter Kostenvoranschlag - in der Regel - keine Wertminderung des
Fahrzeuges berücksichtigt.
Achten Sie daher Ihren Anspruch auf Wertminderung durch ein unabhängiges Gutachten eines Sachverständigen.

Werkstatt

Selbstverständlich steht es Ihnen als Geschädigten frei, für die Reparatur ihres Fahrzeuges, eine Werkstatt Ihrer Wahl zu beauftragen.

Mietwagen

Für die Dauer der Reparatur haben Sie als Geschädigter Anspruch auf einen Mietwagen oder
auf Nutzungsausfallentschädigung. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung kann durch ein Sachverständigengutachten ermittelt werden.

Benötigen Sie keinen Mietwagen und Ihr Fahrzeug steht Ihnen unfallbedingt nicht zur
Verfügung, können Sie statt des Mietwagens Nutzungsausfallentschädigung verlangen. Die
Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeugtyp. Die Eingruppierung des Fahrzeuges, nach der die Höhe des Nutzungsausfalles richtet, kann durch einen Kfz-Sachverständigen
vorgenommen werden.

Abrechnung

Als Geschädigter haben Sie das Recht, sich die Reparaturkosten vom Unfallgegner oder
dessen Versicherung, auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens, erstatten zu lassen.

Lassen Sie Ihr unfallgeschädigtes Fahrzeug nicht reparieren, können Sie Ihren Schaden gemäß Sachverständigengutachten bzw. Kostenvoranschlag abrechnen („fiktive Abrechnung“). Dabei werden die Stundensätze der Markenwerkstatt dann gezahlt, wenn das Auto entweder nicht älter als 3 Jahre oder scheckheftgepflegt ist. Die Höhe des Schadensersatzanspruches ist bei fiktiver Abrechnung auf den Wiederbeschaffungswert begrenzt. Davon wird der Restwert abgezogen, es sei denn, das unfallgeschädigte Fahrzeug wurde tatsächlich verkehrssicher repariert und wird mindestens 6 Monate weiter genutzt. Bei der Schadenregulierung wird die Mehrwertsteuer nur dann bezahlt, wenn sie wirklich anfällt.

Wer sein Fahrzeug selbst repariert oder sich einen Ersatzwagen von Privat kauft, erhält den im Sachverständigengutachten oder Kostenvoranschlag bezifferten Reparaturbetrag nur netto. Werden für die Reparatur Teile gekauft, für die in einer Rechnung Mehrwertsteuer ausgewiesen ist, wird diese erstattet.

Schmerzensgeld

Gehen Sie bereits bei Unwohlsein oder Nackenschmerzen umgehend zum Arzt. Nur so kann eine unfallbedingte Verletzung für eine Schmerzensgeldforderung dokumentiert werden. Lassen Sie sich hierüber und über weitere Ansprüche (z. B. Verdienstausfall, Rentenansprüche) von einem Anwalt beraten.

Rechtsanwalt

Zur Durchsetzung seiner Ansprüche kann der Geschädigte einen Rechtsanwalt seines
Vertrauens beauftragen. Die Kosten hierfür hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu tragen.

Nutzen Sie die Ihnen zustehenden Rechte in Ihrem eigenen Interesse und im Interesse Ihres
Geldbeutels und achten Sie nicht nur auf eine schnelle, sondern auch auf eine vollständige
Schadenregulierung. Schalten Sie bei einem Unfall in jedem Fall einen Rechtsanwalt ein.
Trifft Sie am Unfall keine Schuld, muss die gegnerische Haftpflichtversicherung die Anwaltsgebühren zahlen.

Bei Streitfällen deckt eine Verkehrs- Rechtsschutzversicherung das Kostenrisiko bei der
Durchsetzung Ihrer eigenen Ansprüche ab.